Meldungen vom 07. bis 11.12.2020
Mittwoch, den 09.12.2020
FFP2-Masken für 27 Millionen Bundesbürger
Mehr als 27 Millionen Bundesbürger in höherem Alter oder mit Vorerkrankungen sollen ab Mitte Dezember mit jeweils 15 FFP2-Masken zum Schutz vor einer Corona-Infektion ausgestattet werden. Die Ausgabe starte noch im Dezember, um in der Weihnachtszeit das Infektionsrisiko zu verringern, kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute in Berlin an.
Lange war unklar, wie die Abgabe von Schutzmasken an Menschen aus Risikogruppen durch die Apotheken ablaufen und bezahlt werden soll. Jetzt liegt ein Referentenentwurf für eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums vor. Demnach beträgt der Erstattungspreis pro Maske ab dem kommenden Jahr 6 Euro einschließlich aller Zuschläge und inklusive der jeweils geltenden Mehrwertsteuer. In der ersten Etappe der Ausgabe im Dezember erhalten die Apotheken eine Pauschale aus dem DAV-Nacht- und Notdienstfonds. Zudem obliegt es den Apotheken anfänglich, die Anspruchsberechtigung zu prüfen. Ab 2021 geben dann die Krankenkassen Bescheinigungen an bezugsberechtigte Personen aus. Quelle: dpa/daz.online/crm /sn
Wie die Verteilung über Apotheken konkret erfolgen soll lesen Sie auf DAZ.online
Emirate lassen chinesischen Impfstoff zu
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen Corona-Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm für die breite Verwendung in der Bevölkerung zugelassen. In der entscheidenden dritten Studienphase habe sich für den Impfstoff eine Wirksamkeit von 86 Prozent ergeben, teilte das emiratische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die Zulassung sei ein „großer Schritt im Kampf gegen die Pandemie“ und ein „erheblicher Vertrauensbeweis“mit Blick auf das Vakzin, erklärte das Ministerium der Staatsagentur WAM zufolge.
Der Impfstoff war zuvor bereits für den Gebrauch bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen zugelassen. Auch ranghohe Regierungsvertreter waren damit geimpft worden. Quelle: dpa/sn
UK: Keine Impfung bei „signifikanten“ Allergien
Nach dem Start der Massenimpfung gegen Corona haben die britischen Behörden Menschen mit einer „signifikanten“ Allergiegeschichte aufgerufen, sich vorerst nicht impfen zu lassen. Zwei Mitarbeiter des nationalen Gesundheitsdiensts NHS mit einer entsprechenden Vorgeschichte hätten eine allergische Reaktion gezeigt, nachdem sie die Dosis erhalten hatten, sagte NHS-Chef Stephen Powis am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss in London. „Beide erholen sich gut.“ Powis betonte, bei der Warnung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie es bei neuen Impfstoffen üblich sei. Quelle: dpa/sn
Lockdown: Kontakte reduziert, Körpergewicht erhöht
Nach dem Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Frühjahr haben die Menschen in Deutschland laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) mehr gewogen als zuvor. „Körpergewicht und Body Mass Index (BMI) haben seit Einführung der Eindämmungsmaßnahmen zugenommen“, schreiben die Autoren der am Mittwoch veröffentlichten Analyse. Möglicherweise hätten sich die Eindämmungsmaßnahmen auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten ausgewirkt, hieß es.
Das mittlere Körpergewicht habe im Zeitraum April bis August 2019 bei 77,1 Kilo gelegen, im gleichen Zeitraum dieses Jahres bei 78,2 Kilo. Der mittlere BMI stieg laut Studie von 25,9 im April bis August 2019 auf 26,4 im Vergleichszeitraum 2020.
Die Ergebnisse kommen aus einer bundesweiten telefonischen Befragung der Bevölkerung ab 15 Jahren zwischen April 2019 und September 2020. Dabei sollten die rund 23.000 Teilnehmer auch ihre Größe und ihr Gewicht nennen.
Auch andere Gesundheitsaspekte wurden untersucht. „Keine Unterschiede zeigten sich in der Allgemeinbevölkerung bei der depressiven Symptomatik sowie der erhaltenen und geleisteten Unterstützung im Haushalt“, hieß es. Insgesamt sei kein einheitliches Bild zu erkennen. Nötig seien weiterführende Untersuchungen. Quelle: dpa/sn
Analyseinstitut: Herdenimmunität in der EU Anfang September möglich
Das Analyseinstitut für den Gesundheitssektor Airfinity geht davon aus, dass mit den geplanten Impfprogrammen in den USA dort schon im April eine Herdenimmunität gegen SARS-CoV-2 erreicht werden könnte. In Großbritannien sei das im Juli, in der Europäischen Union Anfang September möglich, sagte Airfinity-Gründer Rasmus Bech Hansen. Impfskepsis sei in den Modellrechnungen berücksichtigt, betonte Airfinity-Analyst Matt Linley. Herdenimmunität wird nach Modellrechnungen erreicht, wenn 60 bis 70 Prozent der Menschen immun sind. Skeptisch seien nach Airfinity-Analysen je nach Land bis zu 35 Prozent der Menschen. Quelle: dpa/sn
Spahn: „Verhalte dich so, als hättest du Corona“
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass die Gefahr einer Corona-Ansteckung im Privatbereich womöglich durch Gurgeln verringert werden kann. „Wissenschaftlich belegt ist das noch nicht. Aber die Idee dahinter ist, dass Gurgeln mit Mundspülungen aus in Alkohol gelösten ätherischen Ölen oder sogar Kochsalz die Viruslast im Mund-und-Rachen-Raum senken soll“, sagte Spahn der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). Er selbst gurgele ohnehin regelmäßig.
Eine explizite Gurgel-Empfehlung wie die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene wollte Spahn nicht aussprechen, das müsse letztlich jeder selbst wissen. „Aber schaden tut es sicher nicht“, sagte er. Zudem warb Spahn für die Einhaltung einer einfachen Faustregel: „Verhalte dich so, als hättest du Corona: Dann hält man doch ganz automatisch Abstand und ist insgesamt vorsichtiger.“
An Familien appellierte Spahn, zu Weihnachten auch auf innerdeutsche Reisen zu verzichten. „Den Ort der Familienfeier in das Bundesland mit den großzügigsten Regeln zu legen, fände ich nicht richtig. Denn auch innerhalb der Familien kann COVID-19 ganz schnell gefährlich werden“, sagte der Minister. Er selbst werde Weihnachten zum ersten Mal, seitdem er denken könne, nicht mit Eltern und Geschwistern gleichzeitig zusammenkommen. „Das ist sehr schade. Aber es hilft, das Virus in Schach zu halten.“ Quelle: dpa/sn
Mehr zu Gurgellösungen gegen Corona lesen Sie hier
FDA: „Note 1+“ für Impfstoff von Biontech/Pfizer
Wenige Tage vor der erwarteten Entscheidung über eine Notfallzulassung in den USA hat die US-Arzneimittelbehörde FDA dem Corona-Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer ein erstes gutes Zeugnis ausgestellt. Schon rund zehn Tage nach der ersten Dosis des Impfstoffes liege ein starker Schutz gegen die Krankheit COVID-19 vor, geht aus Dokumenten hervor, die die FDA am Dienstag veröffentlichte. Größere Sicherheitsbedenken gebe es keine. „So sieht ein Zeugnis voll mit der Note 1+ für einen Impfstoff aus“, kommentierte Akiko Iwasaki, Immunologe an der Yale-Universität, gegenüber der „New York Times“.
Biontech und Pfizer hatten im November bei der FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Am Donnerstag will sich ein Berater-Komitee der FDA mit dem Impfstoff befassen, eine Entscheidung wird kurz danach erwartet. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) berät derzeit über eine Zulassungsempfehlung für den Impfstoff. Großbritannien hatte das Vakzin bereits in der vergangenen Woche zugelassen und am Dienstag mit dem Impfen begonnen. Quelle: dpa/sn
Ergebnisse zu Corona-Impfstoff in „The Lancet“ publiziert
Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wurden in einem Fachjournal Ergebnisse einer Corona-Impfstoffstudie veröffentlicht. In der Publikation in „The Lancet“ geht es um die Vakzine des schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und darum, wie effektiv diese vor COVID-19 schützen kann.