Halsschmerzen
Alle Jahre wieder sucht uns in der Herbst-/Winterzeit die Erkältung auf. Meistens sind erste Anzeichen ein trockener und rauer Hals, gefolgt von Schluckbeschwerden und leichten Schmerzen im Rachenbereich. Doch was steckt eigentlich hinter den bekannten Halsschmerzen? In dieser Reihe von Wissen am HV erfahren Sie, wie Sie Ihre Kunden zu den unangenehmen Halsschmerzen beraten können und wo die Grenzen der Selbstmedikation liegen. 
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Hausmittel und praktische Tipps bei Halsschmerzen

eine halbe Orange, eine halbe Zitrone, ein Glas Tee, ein Blister Tabletten, ein Fieberthermometer liegen vor einem lilafarbenen Wollschal
Welche Tipps bei Halsschmerzen können den Kunden in der Apotheke mitgegeben werden? | Bild: 2207918 / AdobeStock

Wer keine Arzneimittel einnehmen möchte oder zusätzlich etwas gegen Halsschmerzen tun will, kann auf Hausmittel als nichtmedikamentöse Maßnahmen zurückgreifen. 

Die Wirkung von Hausmitteln geht meist auf einen langjährigen traditionellen Einsatz zurück, wobei die Evidenz aus Mangel an durchgeführten Studien nicht immer belegt ist. 

Empfehlenswert sind Anwendungen, die einerseits Beschwerden lindern und andererseits keine schädigende Wirkung aufweisen. Sie unterstützen das körpereigene Immunsystem in seiner Funktion und erhöhen das Wohlbefinden während einer Erkältung, die häufig mit Halsschmerzen einhergeht.

Bei Halsschmerzen: Schleimhäute pflegen und feuchthalten

Gegen das Austrocknen der Schleimhäute, was die Reizung im Hals- und Rachenbereich noch verstärkt, hilft eine hohe Luftfeuchte in den eigenen vier Wänden. Dazu können Wasserdampf-Vernebler mit und ohne den Zusatz ätherischer Öle wie Thymian-, Kiefernnadel- oder Eukalyptusöl verwendet werden. 

Die ätherischen Öle stellen eine sinnvolle Ergänzung dar, da sie Symptome wie Husten und Heiserkeit, insbesondere vor dem Schlafengehen, erträglicher machen können. Auch eine Schüssel mit Wasser und einer Scheibe Zitrone auf der Heizung kann die Feuchtigkeit im Raum erhöhen und gleichzeitig erfrischend wirken.

Nichtmedizinische Lutschpastillen bei Halsschmerzen geeignet

Das Lutschen zuckerfreier Bonbons regt den Speichelfluss an, was den Abtransport von Krankheitserregern unterstützt und die Schleimhäute feucht hält. 

Außerdem wirkt Speichel selbst antibakteriell, weshalb zusätzlich das Immunsystem in seiner Funktion unterstützt wird. Zuckerfreie Bonbons mit z. B. Salbei, Süßholz, Eukalyptus oder Fenchel können empfohlen werden.

Bei Halsschmerzen auf erhöhte Flüssigkeitszufuhr achten

Ergänzend ist eine ausreichende Trinkmenge anzustreben. Kalte Getränke wirken wohltuend auf die gereizte Schleimhaut und verschaffen schnell Linderung. 

Bei den warmen Getränken hilft ein selbst zubereiteter Tee beispielsweise aus Ingwer, Zitrone und Melisse. Salbeitee eignet sich aufgrund seiner entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften auch als Gurgellösung, um Krankheitserreger im Hals zu bekämpfen.

Wärme hilft bei Halsschmerzen

Auch Wärmeanwendungen mit feuchten Halswickeln lindern die Beschwerden und unterstützen die Durchblutung der Schleimhaut. Bei leichtem Fieber können auch Wadenwickel angewendet werden. 

Ein warmes Erkältungsbad mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus und Thymian wird meistens als besonders angenehm empfunden. Auch das Warmhalten des Halses mit einem Schal kann vor allem draußen an der frischen Luft die Symptome von Halsschmerzen verbessern.

Stress nicht unterschätzen – unbedingt Ruhe gönnen

Im hektischen eingespielten Alltag ist der Rat „Ruhen Sie sich aus und reduzieren Sie Stress“ einfacher gesagt als getan. Doch nur wer sich ausreichend Entspannung und Schlaf gönnt, ist auch schnell wieder fit. 

Körperliche Schonung ermöglicht es dem Immunsystem, optimal zu arbeiten und die Krankheitserreger abzuwehren. Außerdem sollte die Stimme so gut es geht geschont werden, um Reizungen zu vermeiden. 

Kunden, die unter Halsschmerzen leiden, sollten im Alltag öfter eine Pause einlegen, entspannte Spaziergänge an der frischen Luft in Erwägung ziehen und abends früh ins Bett gehen.

Gut zu wissen: Halsschmerzen immer gut auskurieren

Durch Stress beispielsweise kann sich bei geschwächter Immunabwehr an eine einfache virale Rachenentzündung eine bakterielle Infektion anschließen. 

Diese sogenannte Superinfektion stellt eine Komplikation einer verschleppten Erkältung, die nicht richtig auskuriert wurde, dar. 

Typischerweise werden die Beschwerden in solch einem Fall nach anfänglicher Besserung wieder schlimmer, weshalb dann ein Arztbesuch unumgänglich ist. 

Ausgewogene und leichte Ernährung bei Halsschmerzen

Damit das eigene Immunsystem optimal arbeiten kann, sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit hohem Vitaminanteil geachtet werden. Viel Obst und Gemüse sowie leichte Gerichte, die den Körper nicht zusätzlich belasten, sind bei Halsschmerzen bzw. geschwächter Immunabwehr zu empfehlen. Warme Suppen befeuchten die Schleimhäute, wärmen von innen und versorgen den Körper mit ausreichend Elektrolyten. 

Speisen, die den entzündeten Rachen reizen, sollten vermieden werden. Dazu zählen zu heiße oder scharfe Gerichte sowie harte oder scharfkantige Lebensmittel wie aufgebackenes Brot.

Außerdem sollten bei Halsschmerzen externe Einflüsse wie aktives und passives Rauchen sowie der Konsum von Alkohol zum Schutz der Schleimhaut vermieden werden. Literatur:
https://register.awmf.org/assets/guidelines/053-010l-S3_Halsschmerzen_2021-12.pdf
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2018/daz-5-2018/ausgetrocknet
Wiesenauer M, PhytoPraxis, Springer Verlag, 6. Auflage, 2016
 

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