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Sport nach der Geburt: Ab wann ratsam?

Mutter in Unterarmliegestütz, Baby liegt unter ihr
Werden Frauen kurz nach einer Geburt wieder körperlich aktiv, senken sie dadurch ihr gesundheitliches Risiko für Depressionen und Harninkontinenz. | Bild: Drazen / AdobeStock

Körperliche Aktivität nach der Geburt fördert die Gesundheit der Mütter. Sie ist mit einem geringeren Risiko für Depressionen, Angst, Harninkontinenz, Schmerzen im Lendenwirbelbereich und mit mehr Gewichtsabnahme assoziiert. Das zeigt eine Übersichtsarbeit, veröffentlicht im „British Journal of Sports Medicine“BMJ Journals: "2025 Canadian guideline for physical activity, sedentary behaviour and sleep throughout the first year post partum" , die 221 randomisierte kontrollierte Studien einschließt. 

Wissenschaftler haben daraus eine Leitlinie abgeleitet. Sie ermutigt Frauen nach der Geburt rasch wieder körperlich aktiv zu werden und berücksichtigt dabei auch die besonderen Umstände einer Geburt – Geburtsverletzungen (z. B. Dammriss), Kaiserschnitt, Stillen

Was können Frauen nach einer Geburt sportlich tun und wann können sie mit der körperlichen Aktivität starten?

Körperliche Aktivität bereits in den ersten zwölf Wochen nach Geburt

Nach der Geburt könnten die Frauen mit leichten körperlichen Übungen beginnen. Eine frühzeitige Mobilisierung wurde mit besseren gesundheitlichen Ergebnissen in Verbindung gebracht. 

Die Leitlinienautoren empfehlen Frauen bereits in den ersten zwölf Wochen nach der Entbindung eine wöchentliche körperliche Aktivität von 120 Minuten: zügiges Gehen, Radfahren und Muskel-kräftigende Übungen (mittlere bis starke Intensität). 

Die Aktivitäten könnten die Frauen an vier und mehr Tagen pro Woche absolvieren, wenn keine Kontraindikationen bestünden – z. B. schmerzende Kaiserschnittnarbe, vaginale Blutungen, schwere Bauchschmerzen. 

Wichtig ist den Wissenschaftlern, dass die körperliche Aktivität „individuell, schrittweise und symptomorientiert“ erfolgt, damit sich die Frauen – körperlich und mental – von der Schwangerschaft und Geburt erholen könnten.

Nach der Geburt: Tägliches Beckenbodentraining

Zudem raten die Wissenschaftler zu täglichem und kräftigendem Beckenbodentraining, um einer Harninkontinenz entgegenzuwirken. 

Sitzende Tätigkeiten sollten weniger als acht Stunden des Tages ausmachen und die Bildschirmzeit auf unter drei Stunden reduziert werden. 

Um möglichst erholsam zu schlafen, empfehlen die Studienautoren eine dunkle, kühle und ruhige Schlafumgebung.

Die Autoren betonen ebenso, wie „erheblich“ Ernährung und Pflege eines Säuglings das tägliche Leben, einschließlich des Schlafs, beeinflussen. Daher seien ihre Empfehlungen nicht immer realisierbar. Das soll wohl den Druck bei den Müttern reduzieren. Quelle:
-Davenport MH, Ruchat S, Jaramillo Garcia A, et al 2025 Canadian guideline for physical activity, sedentary behaviour and sleep throughout the first year post partum, British Journal of Sports Medicine Published Online First: 25. März 2025. doi:10.1136/bjsports-2025-109785