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Zum Weltmundgesundheitstag: Gegen Karies: Vorsorge zahlt sich aus

Seit Jahrzehnten wird bei der Zahngesundheit auf Vorsorge gesetzt – und das zahlt sich inzwischen aus. In der Bekämpfung von Karies sei Deutschland hervorragend aufgestellt, sagt der Wissenschaftliche Direktor des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), Rainer Jordan, bei der Vorstellung der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie. „Erfolgreiche Prävention ist der beste Schutz, um später auch noch kraftvoll zubeißen zu können.“
Gut zu wissen: die Deutschen Mundgesundheitsstudien
Die Deutschen Mundgesundheitsstudien liefern seit mehr als 30 Jahren Erkenntnisse über die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland.
Dabei werden Karies und Zahnbetterkrankungen in den Blick genommen, Zahnfehlstellungen und auch der Einfluss sozialer Faktoren.
Für die aktuelle repräsentative Studie hat das Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) von 2021 bis 2023 rund 3.400 Menschen verschiedener Alters- und sozialer Gruppen befragt und zahnmedizinisch untersucht.
Karieslast in allen Altersgruppen deutlich gesunken
Gerade bei Erwachsenen zahle sich die jahrzehntelange Prophylaxe deutlich aus: In der Altersgruppe von 35 bis 44 Jahren gebe es im Vergleich zum Jahr 1989 nur noch halb so viel Karies, die Anzahl fehlender Zähne sei deutlich zurückgegangen.
„Zahnlosigkeit kommt in dieser Altersgruppe praktisch nicht mehr vor“, sagte Jordan. Ein nennenswerter Anteil dieser Menschen – 7 Prozent – sei vollständig kariesfrei. „Insgesamt sind in der Altersgruppe 26 von 28 Zähnen funktionstüchtig“, betont Jordan.
Bei Kindern sank die Karieslast demnach seit Einführung der Gruppen- und Individualprophylaxe Ende der 1990er Jahre um 90 Prozent. 78 Prozent der Zwölfjährigen hätten keine Karies, heißt es in der Studie.
Risikofaktoren für eine erhöhte Karieslast könnten demnach ein niedriger familiärer Bildungsstand oder eine Migrationserfahrung sein. Besonders Kinder aus niedrigen Bildungsgruppen hätten aber von der Prävention der letzten Jahrzehnte profitiert.
Bei jüngeren Senioren haben weniger Menschen vollständig die Zähne verloren. Nur 5 Prozent der Altersgruppe von 65 bis 74 Jahren seien zahnlos, so Jordan. Auch weltweit sei dies ein Spitzenwert. Die Studienautoren sehen darin einen Erfolg des Paradigmenwechsels hin zu zahnerhaltenden Therapien.
Die tendenziell gute Zahngesundheit liege maßgeblich daran, dass die Bevölkerung Präventionsangebote – darunter persönliche Prophylaxe und regelmäßige Kontrollen – früh in Anspruch nehme.
Vorsorge bei Parodontitis ausbaufähig
Verbesserungsbedarf sieht die Studie jedoch bei Parodontitis – einer entzündlichen Erkrankung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zu Zahnverlust führen kann.
Die Ergebnisse belegten, „dass Parodontitis immer noch eine Volkskrankheit und ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist“, heißt es. Rund 14 Millionen Menschen in Deutschland haben demnach eine schwere Parodontalerkrankung.
Eine unbehandelte oder nicht frühzeitig behandelte Parodontitis gefährde sowohl die Mund- als auch die allgemeine Gesundheit. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung haben demnach im Vergleich zu anderen Personen tendenziell häufiger eine fortgeschrittene Parodontitis, sind öfter zahnlos und haben durchschnittlich zwei Zähne weniger. Quelle: dpa / mia