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Kinder: Mehr Klinik­aufenthalte aufgrund psychischer Probleme

Schulmädchen sitzt erschöpft vor Hausaufgaben
Schulkinder plagen zunehmend Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schlafstörungen. | Bild: Louis-Photo / AdobeStock

Die psychische Gesundheit von Kindern und Teenagern ist weiterhin auf einem bedenklich niedrigen Niveau. Im Jahr 2024 wurden die ersten Ergebnisse der HBSC-Studie vorgestellt, wonach 42 Prozent der befragten Minderjährigen über vielfältige psychosomatische Beschwerden berichteten. 

Gut zu wissen: Was steckt hinter der HBSC-Studie?

Für die HBSC-Studie werden alle vier Jahre 11- bis 15-Jährige befragt. Insgesamt beteiligten sich 6.500 Kinder und Jugendliche in Deutschland an der jüngsten Erhebung in 2022. 

Die HBSC-Studie wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt, in Deutschland befasst sich ein Studienverbund an mehreren Standorten damit.

Nun berichtet „Correctiv“ unter Berufung auf Daten der Deutschen Krankenhausgesellschaft darüber, dass die Zahl der Minderjährigen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung stationär behandelt werden muss, im vergangenen Jahr auf 44.381 gestiegen ist. Vier Jahre zuvor seien es nur 34.499 gewesen.

Und das Statistische Bundesamt meldete, dass psychische Erkrankungen bei Kindern und Teenagern im Jahr 2023 die häufigste Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen waren.

Gesellschaftliche Krisen belasten Kinder stark

Anfang der 2000er Jahre zeigten Erhebungen noch, dass Kinder und Jugendliche ihre Gesundheit weitestgehend positiv einschätzten.  

Doch der Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat die über zwei Jahrzehnte beobachteten positiven Entwicklungen negativ beeinflusst. Vor allem der Verlust der sozialen Kontakte und zunehmende familiäre Konflikte hatten die jungen Menschen belastet.  

Neben der HBSC-Studie zeigen auch andere Erhebungen, dass die psychischen Belastungen in dieser Zeit stark zugenommen hatten. Weitere gesellschaftliche Krisen wie Kriege, die Finanz- und Energiekrise nehmen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Altersgerechte Gesundheitsförderung nötig

Auf Basis der Studienerkenntnisse raten Experten, insbesondere Mädchen, Gender-diverse und ältere Jugendliche bei (Präventions-)Maßnahmen für die psychische Gesundheit anzusprechen. Bestehende Maßnahmen sollten überprüft und angepasst werden, um dem vorherrschenden Alters- und dem sich ausweitenden Geschlechterunterschied entgegenzuwirken.

Die Bundesschülerkonferenz fordert laut „Deutschem Ärzteblatt“ in einem Zehn-Punkte-Plan mehr Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen, eine Förderung von Medienkompetenz in allen Unterrichtsfächern und die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen wie Selbstregulation und Stressbewältigung.  Quellen: dpa, Journal of Health Monitoring: Die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) der Weltgesundheitsorganisation – Nationale Survey-Ergebnisse 2022 und Trends, Ausgabe März 2024
https://www.aerzteblatt.de/news/immer-mehr-kinder-wegen-psychischer-probleme-in-stationarer-versorgung-16cf32d6-6179-4a05-86ee-d137b835ccf0