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Was ist eigentlich das Toasted-Skin-Syndrom?

Junge Frau hält Wärmflasche vorm Bauch
Wenn die Haut zu viel Wärme abbekommt, kann das Toasted-Skin-Syndrom entstehen. | Bild: Rawpixel.com / AdobeStock

Die Heizung mag auf Sparflamme stehen, doch mit einem Heizkissen oder einer Wärmflasche auf dem Sofa oder im Bett genießt man trotzdem wohlige Wärme. Schnell gewöhnt man sich an solche Wohltat und gönnt sie sich vielleicht allabendlich. 

Die Haut kann das allerdings mit der Zeit übelnehmen. Sie reagiert dann möglicherweise mit einem netzförmigen, rotbraunen Hautausschlag – umgangssprachlich „Toasted-Skin-Syndrom“ genannt. 

Ursache und Symptome des Toasted-Skin-Syndroms

Der Begriff „Toasted Skin“ – also „geröstete Haut“ – ist etwas irreführend, denn es handelt sich nicht um eine Verbrennung der Haut. Vielmehr steckt eine länger andauernde oder wiederholte Wärmeeinwirkung dahinter. 

Man nimmt an, dass es dadurch zu Schäden an den oberflächlichen Blutgefäßen kommt. Daraufhin treten Erythrozyten aus. Deren Abbauprodukte, wie das Hämosiderin, lagern sich ebenso wie freigesetztes Melanin in der Haut ab. So kommt es zur charakteristischen Hyperpigmentierung. Diese ist in der Regel nicht mit Beschwerden verbunden. In manchen Fällen aber juckt und schuppt die Haut.

Das Toasted-Skin-Syndrom ist fachsprachlich als Erythema ab igne („Rötung durch Feuer“) bekannt. Es wird auch als Buschke-Hitzemelanose bezeichnet (nach dem Dermatologen Abraham Buschke, der diese Dermatose 1911 erstmals beschrieb). 

Früher war das Erythema ab igne eine typische Erscheinung bei Hitzeberufen, etwa bei Arbeitern an Torföfen, bei Schmieden, Glasbläsern oder auch Bäckern. Heute stellen Heizkissen, Wärmflaschen und Sitzheizungen im Auto die Hauptursachen dar. Eine weitere moderne Ursache sind auf dem Schoß platzierte Laptops, die ständig Wärme abgeben.  

So vermeidet man das Toasted-Skin-Syndrom

Die wichtigste Maßnahme gegen das Toasted-Skin-Syndrom ist das Meiden der Wärmequelle. Wer zum Beispiel mit einem Laptop auf dem Schoß arbeiten will, sollte zumindest ein Tablett zwischen Körper und Gerät schieben. 

Das Hautbild normalisiert sich dann oft innerhalb einiger Wochen. Manchmal bildet sich die Hautschädigung aber nur unvollständig zurück. Dann besteht die Möglichkeit, mit Laser zu behandeln oder äußerlich 5-Fluorouracil, Tretinoin oder Hydrochinon einzusetzen. Quellen: Fortschritte der Medizin 2018, 160, 7; Bayerisches Ärzteblatt 4/2016; ärztliches Journal, Mai 2021  

Das Toasted-Skin-Syndrom in Kürze

  • Medizinisch: Erythema ab igne („Rötung durch Feuer“); durch Wärmeeinwirkung induzierte Hautschädigung (keine Verbrennung)
  • Netzförmiger, rotbrauner Hautausschlag
  • Meist ohne weitere Beschwerden
  • Verursacht durch dauerhafte oder wiederholte – meist als angenehm empfundene – Wärme, z. B. von Wärmflaschen, Heizkissen, Sitzheizung, Laptop
  • Häufig reversibel, wenn Wärmequellen gemieden werden. Eventuell Behandlung mit Laser oder 5-Fluorouracil.