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Welt-Malaria-Tag: Ausrottung der Malaria scheitert an finanziellen Mitteln

"Ready to beat Malaria - Bereit, Malaria zu schlagen" – dies ist das Motto des diesjährigen Welt-Malaria-Tages. Doch obwohl in diesem Jahr in drei Ländern Afrikas erstmals eine Impfung gegen Malaria eingesetzt wird, äußerte Pedro Alonso am gestrigen Dienstag in Genf Sorge, ob die Zahl der Malariafälle in Zukunft weiterhin gedrückt werden kann.
Problem sei nicht die Resistenz der Parasiten gegen Malaria-Mittel, betonte Alonso. Die Sorge sei da, aber selbst in Südostasien, wo Resistenzen existierten, gebe es effiziente Mittel für die Behandlung von Patienten. Vielmehr fehle Geld. "Wir brauchen mehr Mittel von den Geberländern und den betroffenen Ländern und wir brauchen bessere Werkzeuge, um Malaria nachzuweisen und zu behandeln", sagte Alonso.
Zahl der Todesfällt stagniert, Neuinfektionen nehmen zu
Malaria fordert pro Tag über 1.200 Tote - besonders betroffen ist dabei der afrikanische Kontinent. 70 Prozent der Toten sind Kinder unter fünf Jahren. Seit 2013 stagniert die Zahl der Todesfälle auf diesem Niveau. Bei den Neuinfektionen sind die Zahlen seit 2013 um fünf Millionen auf heute 216 Millionen jährlich angestiegen. Auch Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), äußerte sich aufgrund der aktuellen Zahlen bedenklich: "Steigende Infektionszahlen sind ein Weckruf zum Handeln", lautete ihre Aussage, die sie mit der Forderung an die Bundesregierung verband, sich finanziell stärker für Forschung und Entwicklung zu verbesserten Präventionsmaßnahmen, Diagnostika und Medikamenten zu engagieren.
Mehr finanzielle Mittel notwendig
Ob das Ziel der WHO, die Malaria-Inzidenz und Todesrate bis zum Jahr 2020 um 40% zu reduzieren, tatsächlich erreichbar ist, ist bei der aktuellen Entwicklung sehr fragwürdig. In mehreren Ländern seien Rückschritte zu verzeichnen, vor allem südlich der Sahara, wo
90 Prozent der Fälle vorkämen. Darunter sind Nigeria, der Kongo, Uganda, Tansania und Mosambik. Auch in Venezuela gebe es einen massiven Anstieg der Fälle, weil der Kampf gegen Malaria dort nachgelassen habe, so die WHO.
Insgesamt ging bis 2015 die Zahl der Erkrankungen nach WHO-Angaben innerhalb von 15 Jahren weltweit um 37 Prozent zurück, die Mortalitätsrate sank um 60 Prozent. Bis 2030 soll die Zahl neuer Infektionen und die Zahl der tödlichen Verläufe bei Infizierten um 90 Prozent gesenkt werden. Um dies zu erreichen, fordert die WHO mehr Investitionen in die Prävention, Diagnose und Behandlung von Malaria.