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Hepatitis B und C: höheres Krebsrisiko als durch Rauchen

Impfbuch mit Eintrag bei Hepatitis B
Chronische Hepatitis-Infektionen können unbehandelt zu schweren Leberschäden wie Leberkrebs führen. | Bild: Zerbor / AdobeStock

Weltweit stirbt alle 30 Sekunden ein Mensch an einer chronischen Hepatitis-Infektion. Aktuelle Forschungen der Stiftung Center for Disease Analysis (CDA) ergaben, dass Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Viren hoch krebserregend sind. 

Die Viren können nicht nur zu Leberkrebs führen. Auch in anderen Organen treten Krebserkrankungen häufiger auf. Die neuen Forschungsergebnisse erlauben einen eindrücklichen Vergleich: Personen, die mit einer Hepatitis B oder C leben, haben ein signifikant höheres Krebsrisiko als Menschen, die eine Packung Zigaretten am Tag rauchen.

Chronische Hepatitis: gefährliche Symptomlosigkeit

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden circa 296 Millionen Menschen auf der Welt an einer chronischen Hepatitis B, ungefähr 58 Millionen an einer Hepatitis C. 

Doch es handelt sich um stille Epidemien, denn viele Infizierte spüren über lange Zeit keine Symptome. Treten Beschwerden auf, sind diese eher unspezifisch: ständige Müdigkeit und Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen u. a. 

Zu Schmerzen kommt es kaum und nur wenige Betroffene entwickeln eine Gelbsucht. Doch unbehandelt können chronische Hepatitis-Infektionen zu schweren Leberschäden wie Leberzirrhose und Leberkrebs führen. 

Hepatitis B und C: Therapie und Prävention

Bei rechtzeitiger Diagnose lassen sich in vielen Fällen solche schwerwiegenden Folgen vermeiden. Durch eine Therapie sinkt das Krebsrisiko laut Center for Disease Analysis um mindestens 85 Prozent.  

Die chronische Hepatitis B wird mittels Interferon oder antiviralen Medikamenten wie Tenofovir und Entecavir behandelt. Dadurch kann die Virenvermehrung gehemmt werden. Derzeit wird außerdem an einer weiteren Therapiemöglichkeit geforscht: dem Einsatz monoklonaler Antikörper gegen Hepatitis-B-Oberflächenproteine der Virushülle. Präventiv schützt die Impfung gegen eine Hepatitis-B-Infektion und damit auch gegen eine chronische Hepatitis B.  

Die Hepatitis-C-Erkrankung ist dank neuer antiviraler Wirkstoffe seit einigen Jahren fast immer heilbar. Auch gegen das Hepatitis-D-Virus, das nur zusätzlich zu einer Hepatitis B auftreten kann, steht seit drei Jahren mit Bulevirtid ein Medikament zur Verfügung.  

Tests und Therapien gegen Hepatitis nutzen!   

Eine kürzlich von der World Hepatitis Alliance (WHA) durchgeführte weltweite Umfrage offenbarte verbreitetes Unwissen zu viralen Hepatitis-Erkrankungen. So war fast der Hälfte (42 Prozent) der 569 Befragten nicht bekannt, dass Hepatitis-Viren eine der häufigsten Ursachen für Leberkrebs sind. Fast drei Viertel (74 Prozent) der Befragten gaben an, dass sie sich eher testen lassen würden, wenn sie wüssten, dass Hepatitis Leberkrebs verursacht. Mehr als vier Fünftel (82 Prozent) sagten sogar, dass sie sich eher impfen lassen würden.

In Deutschland können sich Versicherte ab 35 Jahren im Rahmen des Check-ups einmalig kostenfrei auf Hepatitis B und C testen lassen. Quellen: Deutsche Leberhilfe e.V.; World Hepatitis Alliance (WHA); Deutsches Zentrum für Infektionsforschung