Aktuelles

In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.

3 min merken gemerkt Artikel drucken

Die Freizeit-Krankheit: Was ist eigentlich das Leisure-Sickness-Syndrom?

Frau in einer Hängematte lässt erschöpft die Arme hängen
Wer von großem Alltagsstress abrupt in den Urlaub startet, kann Gefahr laufen, die Freizeit-Krankheit zu entwickeln. | Bild:  PAstudio / AdobeStock

Da hat man sich wochenlang auf die schönste Zeit des Jahres gefreut und darauf, den Alltagsstress hinter sich zu lassen – und dann passiert es: Schon in den ersten Urlaubstagen stellen sich gesundheitliche Beschwerden ein. 

Man spürt ein Kratzen im Hals und Erkältungssymptome oder leidet unter heftigen Kopfschmerzen, Übelkeit bzw. Erschöpfung, ohne dass man dafür eine konkrete Ursache findet. Man hatte doch bereits so schön abschalten und zur Ruhe kommen können. Aber genau hierin findet sich eine Erklärung für das Leisure-Sickness-Syndrom, das auch Freizeit-Krankheit genannt wird. 

Ursachen für das Leisure-Sickness-Syndrom

Viele Menschen schalten im Urlaub oder auch am Wochenende plötzlich von einer andauernden Stressbelastung in den Ruhemodus. Stress bewirkt über die Ausschüttung von Cortisol und Noradrenalin, dass die Immunantwort geschwächt ist. Sinkt durch einsetzende Entspannung der Spiegel dieser Stresshormone auf einmal ab, kann das Immunsystem stärker reagieren. Eine möglicherweise schon im Körper schlummernde Infektion macht sich dann – zeitverzögert – durch Symptome bemerkbar. Je stärker der Alltagsstress war, desto größer ist in der Freizeit die Gefahr des Leisure-Sickness-Syndroms. 

Auch andere Lebensstilfaktoren sind möglicherweise für die Freizeit-Krankheit mitverantwortlich: Man trinkt vielleicht mehr Alkohol, bleibt länger auf, isst unregelmäßig und ganz andere Speisen und treibt auf einmal mehr Sport. 

Eine Rolle können außerdem mentale Belastungen spielen. So kommt es häufig gerade im Urlaub oder an freien Wochenenden, wenn man viel Zeit mit Partner oder Kindern verbringt, zu Spannungen und Konflikten.  

Einer Umfrage aus dem Jahr 2017 zufolge haben viele Menschen schon selbst das Leisure-Sickness-Syndrom erlebt. Bezogen auf die zurückliegenden zwölf Monate gaben 18 Prozent der Befragten an, im Urlaub oder am Wochenende ohne erkennbare Ursache krank geworden zu sein.  

Wie verhindert man die Freizeit-Krankheit?

Wer schon häufiger ausgerechnet an freien Tagen gesundheitliche Probleme hatte, sollte sein Verhalten überdenken. Ist die Belastung im Alltag dauerhaft zu hoch? Dann empfiehlt es sich, mit der Entspannung nicht erst im Urlaub zu beginnen, sondern täglich kleine Auszeiten einzuplanen. Achtsamkeitsübungen oder Entspannungstechniken können hierbei eine Hilfe sein. 

Ratsam ist es außerdem, nicht von einem hohen Stressniveau – womöglich mit Überstunden bis zuletzt – sofort in den Urlaub zu starten. Besser plant man ein oder zwei freie Tage zu Hause ein, bevor die Reise losgeht. Dann ist der Übergang nicht so abrupt. Quellen: Deutsches Ärzteblatt Nr. 21/2019; Bionorica SE; AOK-Bundesverband 

Leisure-Sickness-Syndrom in Kürze

  • Auch als Freizeit-Krankheit bezeichnet. Gesundheitliche Beschwerden an Wochenenden / freien Tagen oder zu Urlaubsbeginn.
  • Mögliche Symptome: Erkältungsbeschwerden, Fieber, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Störungen u. a.
  • Ausgelöst vermutlich durch Übergang von hohem Alltagsstresslevel zu abruptem Entspannungsmodus; dadurch Abfall des Stresshormonspiegels und nachfolgende Aktivierung von Immunreaktionen.
  • Außerdem plötzliche Veränderung weiterer Lebensstilfaktoren (Essen, Schlafen, Aktivitäten, Alkoholkonsum etc.).
  • Vermeidung durch Reduktion der Alltagsbelastung und langsames Umstellen auf Urlaubsentspannung.