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WHO-Einsatz gegen Hirnhautentzündung

Durch eine Hirnhautentzündung sterben jedes Jahr tausende Menschen weltweit, viele leben nach überstandener Krankheit mit schweren Einschränkungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jetzt einen Aktionsplan verabschiedet, um die durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung – sogenannte Meningitis – bis 2030 weitestgehend zurückzudrängen. Dadurch sollen mehr als 200.000 Menschenleben im Jahr gerettet werden. Bis 2030 soll die Zahl der Todesfälle um 70 Prozent reduziert und die Zahl der Fälle halbiert werden.
Zur Erinnerung: Was ist eine Meningitis?
Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Nicht immer ist eine klare Abgrenzung zu einem Befall des Gehirns – einer Meningoenzephalitis – möglich, vor allem bei Kindern. In den meisten Fällen liegt einer Meningitis eine bakterielle oder virale Infektion zugrunde. Virale Meningitiden zeigen einen akuten Verlauf über Stunden bis Tage, klingen bei Immunkompetenten (Immungesunden) dann häufig spontan ab. Häufigste Erreger von bakteriellen Meningitiden sind Meningokokken (Neisseria meningitidis) und Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae). Die bakteriellen (eitrigen) Entzündungen der Hirnhäute zeigen einen hochakuten Verlauf: Sie stellen stets absolute Notfälle dar und enden – untherapiert – meist innerhalb von Stunden bis Tagen tödlich. Betroffene klagen über grippeähnliche Beschwerden. Vor allem Kinder und Jugendliche können auch empfindlich auf Licht und Geräusche reagieren, Sprech- und Gehstörungen oder epileptische Anfälle bekommen.
Seit 2011 ist eine invasive Meningokokken-Infektion eine meldepflichtige Erkrankung.
Große Ausbrüche im Meningitis-Gürtel
Die bakterielle Hirnhautentzündung führt vor allem im sogenannten Meningitis-Gürtel in 26 Ländern in Afrika südlich der Sahara zu größeren Ausbrüchen. Einer von zehn Infizierten stirbt, insgesamt rund 250.000 Menschen im Jahr. Zwei von zehn Überlebenden leben anschließend mit schweren gesundheitlichen Einschränkungen. Es gibt einige Impfstoffe, die allerdings nicht flächendeckend eingesetzt werden.
Förderung durch die WHO
Das soll sich ändern. Die WHO will unter anderem die Forschung an weiteren Impfstoffen fördern. Ländern soll geholfen werden, mehr zu impfen, besser und weitreichender über Gefahren, Symptome und Vorbeugungsmaßnahmen zu informieren und Betroffene möglichst schnell in qualifizierte medizinische Behandlung zu bringen. dpa / vs