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Das Marburgvirus: Ein tödliches Virus und seine Stadt

Dramatischer Krankheitsverlauf
Als am 24. August 1967 die ersten Krankheitsfälle auftreten, lassen die Symptome zunächst an eine Sommergrippe denken: hohes Fieber, Kopfweh, Gliederschmerzen. Aber schon nach kurzer Zeit erleiden die Betroffenen innere Blutungen. Fünf Erkrankte sterben. Schnell ist Wissenschaftlern klar, dass es sich um einen noch unbekannten Erreger handeln muss.
Die Opfer: Labormitarbeiter
Bald stellt sich heraus: Alle Verstorbenen waren bei den Marburger Behringwerken beschäftigt. Und alle hatte Kontakt zu Blut oder inneren Organen einer afrikanischen Affenart, die dem Pharmaunternehmen zur Herstellung eines Impfstoffs diente. Bereits im November 1967 weisen Virologen nach, dass die Affen die Überträger des tödlichen Erregers waren.
Erstes Auftreten eines neuen Virus
Heute weiß man, dass es sich damals um das erste Auftreten neuer, fadenförmiger Viren hierzulande handelte – der Filoviren. Auch das berüchtigte Ebolavirus gehört zur Familie der Filoviren. Das Ebola- und das Marburgvirus sind sogar äußerlich identisch. Unterschiede gibt es nur in den Antigenstrukturen. Auch das Krankheitsbild, das beide Viren hervorrufen, ist gleich: Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen treten zunächst unspezifische grippeartige Symptome auf. Wenige Tage später kommt es zu Schleimhautblutungen, unter anderem im Magen-Darm-Bereich. Häufig entwickelt sich zudem eine Enzephalitis. Es kann zum Nierenversagen kommen. 50 bis 80 Prozent der Patienten sterben. Eine kausale Therapie steht bis heute nicht zur Verfügung. Erkrankte können nur intensivmedizinisch versorgt werden.
Tierischer Ursprung in Afrika
Übertragen wird das Marburgvirus durch Kontakt mit infizierten Affen. Von Mensch zu Mensch geschieht die Infektion mittels Blut oder anderer Körperflüssigkeiten. Das eigentliche Virusreservoir ist bei Tieren zu suchen. Man nimmt an, dass Affen, Nagetiere und Fledermäuse in Äquatorialafrika das Marburgvirus beherbergen. Immer wieder kommt es dort auch zu Infektionen beim Menschen, etwa in Angola, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo. Für Reisende in diese Regionen besteht aber nur ein sehr geringes Infektionsrisiko. Quellen: Philipps-Universität Marburg; Robert Koch-Institut