Sonniges Beratungswissen
Egal ob im Frühling, im Hochsommer oder sogar im Winter – wer sich Sonnenstrahlung über längere Zeit aussetzt, sollte stets auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten. Wieso das so ist und wie sich der Körper vorübergehend selbst schützen kann, erfahren Sie in dieser Serie.
Titelbild: EmotionPhoto  / Adobe Stock
5 min merken gemerkt Artikel drucken

Zum Tag der Sonnenbrille am 27. Juni: Beim UV-Schutz auch an die Augen denken!

Kleines Mädchen am Strand mit Sonnenbrille
Auch die Augen müssen mit einer geeigneten Sonnenbrille vor UV-Schäden geschützt werden. | Bild: EVERST / AdobeStock

Ausgedünnte Ozonschicht, weniger Wolken und auch geringere Luftverschmutzung – diese Umweltfaktoren tragen dazu bei, dass die UV-Strahlung auf der Erde deutlich zugenommen hat. Das erhöht auch die Gefahr von Sonnenschäden an den Augen, warnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. 

UV-Licht kann Augen schädigen

Zu den UV-Licht-bedingten Schäden zählen unter anderem gutartige und bösartige Tumoren an Lidern und Bindehaut, ebenso eine schmerzhafte Entzündung von Binde- und Hornhaut (Keratoconjunctivitis photoelectrica).

Sehr selten könnten auch Hitzeschäden an der Netzhaut entstehen und die Sehschärfe dauerhaft reduzieren, vor allem bei Kindern. 

UV-Strahlung löst bei Erwachsenen mitunter eine Gewebeveränderung an der Bindehaut – ein sogenanntes Pterygium – aus, das zu Hornhautverkrümmung, trockenen Augen und Sehminderung führen kann. 

Darüber hinaus ist es möglich, dass durch starke Sonnenreflexion des Bodens eine Ablagerung von gelblichen Proteinen in der Hornhaut (klimatische Tröpfchenkeratopathie) entsteht.

Bei Sonnenschutz auf den UV-Index achten!

Um sich zu schützen, raten die Experten, den UV-Index im Blick zu haben. Man kann ihn zum Beispiel online beim Deutschen Wetterdienst einsehen, und auch zahlreiche Wetter-Apps weisen ihn aus. Dieser weltweit genormte Wert beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Die Skala für den UV-Index reicht von 1 bis 11+.  

Bereits ab einem Wert von 3 empfehlen die Augenärzte Schutzmaßnahmen, und ab UV-Index 8 ist ein verschärfter Schutz erforderlich. Dann sollte man jeweils in den zwei Stunden vor und nach Sonnenhöchststand (Anfang August ist das in Europa je nach Land zwischen 13:00 und 14:30 Uhr) möglichst gar nicht draußen sein.  

In Deutschland werden im Sommer UV-Index-Werte von 8 bis 9, in den süddeutschen Gebirgsregionen sogar bis 11 erreicht. Wasser, Sand und Schnee können den ausgewiesenen UV-Index zusätzlich erhöhen.  

Ein Sonnenhut oder eine Schirmmütze schützen nicht nur die Haut am Kopf und im Gesicht vor UV-Licht, sondern auch die Augen. Das gilt auch beim – dringend empfohlenen – Tragen einer Sonnenbrille, denn das Abschatten durch eine Kopfbedeckung mindert die eventuell noch seitlich einfallende Strahlung.

Worauf bei Sonnenbrillen geachtet werden sollte

Einen wirksamen UV-Schutz bieten Sonnenbrillen – vorausgesetzt, sie tragen die CE-Zertifizierung und entsprechen damit der EU-Norm DIN EN ISO 12312.  

Noch mehr Sicherheit ist laut Experten gewährleistet, wenn die Brille die Aufschrift „UV400“ oder „100 Prozent UV-Schutz“ trägt. Dann werden nahezu alle Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern herausgefiltert.  

Dass die Sonnenbrille für einen effektiven UV-Schutz besonders dunkel getönt sein muss, stimmt nicht. Sinnvoll sind die Tönungsstufen 1 und 2 von insgesamt vier; Stufe 1 schützt zu wenig vor Blendung, und Stufe 4 ist für den Straßenverkehr zu dunkel. Urlauber am Meer und in den Bergen sind mit Schutzkategorie 3 gut beraten.  

Da UV-Strahlung stark streut, sollten die Brillengläser großflächig und/oder die Brille seitlich abgeschirmt sein. Andernfalls schaffen die oben erwähnten Kopfbedeckungen Abhilfe, die im Sommer ohnehin zur Standardausrüstung gehören sollten.  

Wer neben dem Sonnenschutz auch auf optimales Sehen Wert legt, sollte braun oder schwarz getönten Gläsern den Vorzug geben, die Kontrast und Schärfe weniger beeinträchtigen als beispielsweise Blau- oder Rottönungen.

Damit man die Sonnenbrille gern trägt, sind des Weiteren der bequeme Sitz auf Nase und Ohren und nicht zuletzt das Design wichtig. Splitterfreies Material mindert im Fall eines Sturzes die Gefahr für die Augen.

Gut zu wissen: Kontaktlinsen schützen nur unvollständig

Bei Kontaktlinsen mit UV-Schutz raten die Ophthalmologen zur Vorsicht. Denn damit ist kein ausreichender UV-Schutz für die Augenlider und die Bindehaut gegeben. Sie raten zusätzlich zur Sonnenbrille – dann natürlich ohne Sehstärke. 

Frühzeitiger Augenschutz für Kinder

Besonders gefährdet für eine Schädigung der Augen durch die Sonne sind Kinder, da ihre Linsen UV-Strahlung noch leichter durchlassen. Deshalb sollten Kinder frühzeitig an das Tragen von Sonnenbrillen gewöhnt werden, um langfristige Schäden zu vermeiden.

Im Sinne der Vorbildfunktion hilft es, wenn Sonnenbrillen auch für die Eltern zur Standardausrüstung gehören und bei sommerlichen Aufenthalten im Freien grundsätzlich dabei sind. So erlernen Kinder die konsequente Nutzung der Sonnenbrille.

Wenn Kinder (oder Erwachsene) unter geröteten, brennenden oder tränenden Augen sowie erhöhter Lichtempfindlichkeit, einem Fremdkörpergefühl oder unter verschwommenem Sehen leiden, sollten sie die Sonne sofort meiden und die Augen nicht reiben, da dies die Entzündung verschlimmern kann.  

Ein kühler, feuchter Umschlag verschafft meist Linderung. Ein Besuch beim Augenarzt ist sinnvoll, um Symptome abzuklären und Komplikationen auszuschließen.  

Falls nötig, verordnet der Arzt Augentropfen oder -salben. In der Regel klingen die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen ab. Quellen:
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V.
- https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/schutz/augen/augen_node.html
- https://www.zdfheute.de/ratgeber/gesundheit/uv-strahlung-augen-schuetzen-sonne-100.html
- https://www.apotheken-umschau.de/news/sonnenbrillen-sonnenschutz-fuer-die-augen-was-experten-empfehlen-1143677.html
 

Tag der Sonnenbrille am 27. Juni

Der Tag der Sonnenbrille stammt ursprünglich aus den USA, wo er vermutlich Mitte der 1980er-Jahre als „National Sunglasses Day“ initiiert wurde. 

Der deutsche Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) sieht darin einen guten „Anlass, um die schädliche Wirkung von UV-Strahlung für die Augen ins Bewusstsein zu rufen.“ Quelle: https://www.zva.de/news/tag-der-sonnenbrille-wirksamer-uv-schutz-fuer-die-augen 

Zurück