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Was ist eigentlich ein Hängetrauma?

Gelb schwarze Klettergurte aneinandergereiht
Bei längerem passivem, vertikalem Hängen im Kletter- oder Auffanggurt kann es zu einem Hängetrauma kommen. | Bild: Wire_man / AdobeStock

In den 1970er-Jahren wurden rätselhafte Fälle von Bergsteigerunglücken publik: Die Betroffenen waren ins Seil gestürzt und nach längerem freien Hängen plötzlich verstorben. Sie hatten aber keine schweren Verletzungen erlitten. Seitdem beschäftigt sich die Medizin mit dem Phänomen des Hängetraumas.

So kommt es zu einem Hängetrauma

Wie es zu einem Hängetrauma kommt, lässt sich so erklären: Bei längerem passivem, vertikalem Hängen im Kletter- oder Auffanggurt kann das Blut nicht mehr aus den Beinen zurückströmen. Die Tätigkeit der Wadenmuskelpumpe ist lahmgelegt, noch dazu fehlt der Widerstand unter den Füßen. Dadurch versackt eine große Menge Blut in den Beinen. Das Gehirn wird dann nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Dies kann zum Kreislaufschock führen. 

Die Situation ist ähnlich wie bei einem orthostatischen Schock, wenn eine Person nach langem regungslosen Stehen plötzlich bewusstlos wird. Doch diese Person fällt dann zu Boden und kommt in der horizontalen Position meist rasch wieder zu Bewusstsein. Beim Verharren im Auffanggurt ist das natürlich nicht möglich. Die Betroffenen im Hängetrauma bleiben bewusstlos – eine tödliche Gefahr.

Symptome eines Hängetraumas

Der Kreislaufzusammenbruch im Auffanggurt erfolgt oft völlig unerwartet. Mögliche Warnzeichen sind 

  • Kurzatmigkeit, 
  • zunächst Pulsanstieg, 
  • später Pulsabfall, 
  • Sehstörungen, 
  • Schwindel und
  • Übelkeit. 

Um einen Kreislaufschock zu vermeiden, muss die betroffene Person so schnell wie möglich aus der freihängenden Position befreit und horizontal gelagert werden. Falls das Abhängen nicht sofort möglich ist, sollte der Betroffene in eine möglichst horizontale Lage gebracht werden.

Beine bewegen und horizontale Lage anstreben

Um einem Hängetrauma vorzubeugen, sollte die im Gurt hängende Person die Beine bewegen. Noch wirkungsvoller ist es, die Beine gegen einen Widerstand zu drücken. Ist hierfür keine Trittschlinge vorhanden, kann derjenige abwechselnd mit einem Fuß fest auf den anderen treten. Hierbei wird der untere Fuß mit den Zehen kräftig nach oben gezogen. Quellen:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV); Forschungszentrum Eurac Research, Bozen
 

Hängetrauma in Kürze

  • Schockzustand nach längerem freien Hängen in einem Auffanggurt; bedeutet Lebensgefahr.
  • Durch freies Hängen und vertikale Lage des Körpers kommt es zur Minderdurchblutung des Gehirns.
  • Der Betroffene sollte so schnell wie möglich befreit und horizontal gelagert werden oder schon im Gurt in horizontale Position gebracht werden. Die Beine sollten möglichst bewegt oder gegen einen Widerstand gedrückt werden.