In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.
Herzkrank in die Sauna?

Auch wenn die Umgebungstemperatur sehr hoch ist, muss der menschliche Organismus seine Kerntemperatur auf circa 37 Grad Celsius halten. Der Kreislauf ist daher in der Sauna besonders gefordert. Für Menschen mit einem gesunden Herz ist das in der Regel kein Problem. Ein krankes Herz kann dagegen an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit kommen. Herzpatienten sollten daher ihren Arzt konsultieren, ob und bei welchen Temperaturen sie saunieren können.
Das passiert beim Saunieren
Bei einem 15- bis 20-minütigen Saunagang von 70 bis 80 Grad steigt die Körperkerntemperatur um bis zu zwei Grad an. Das ist dann vergleichbar mit einem mittelgradigen bis höheren Fieber. Durch den Temperaturanstieg erweitern sich die Blutgefäße deutlich, wobei der Blutdruck zunächst sinkt und die Pulsfrequenz um anfangs 20 bis 50 Prozent steigt. Dadurch nimmt die gesamte Herzleistung um circa 80 Prozent zu.
Kein abruptes Abkühlen!
Für Herzpatienten ist ein plötzliches Abkühlen mit der Schwalldusche oder im kalten Becken nach der Sauna absolutes Tabu, warnt der Kardiologe Dr. med. Vinzenz von Kageneck aus Hamburg. Durch die abrupte Kälte ziehen sich nämlich die weitgestellten Blutgefäße im Haut- und Unterhautgewebe schnell zusammen, wodurch in kürzester Zeit eine große Blutmenge in das Körperzentrum verlagert wird. Dieses Volumen und der dabei massiv ansteigende Blutdruck belasten das Herz. Patienten mit Herzschwäche, Herzkranzgefäßerkrankungen oder Bluthochdruck müssen sich daher nach Saunagängen langsam abkühlen, mahnt der Herzspezialist. Sie sollten zum Beispiel in einem kühlen Raum umhergehen oder lauwarm duschen.
Nur bei langsam ansteigenden Temperaturen
Patienten mit koronarer Herzkrankheit müssen laut Aussage des Experten nicht gänzlich aufs Saunieren verzichten. Sie sollten aber im Belastungs-EKG mindestens 75 Watt problemlos schaffen. Die Patienten sollten den Saunabesuch kurzhalten und darauf achten, dass die Temperatur nur langsam ansteigt. Auch Menschen, die einen dauerhaft zu niedrigen Blutdruck haben, sollten in der Sauna vorsichtig sein. So kann für sie ein stark abfallender Blutdruck infolge der allgemeinen Gefäßerweiterung gefährlich werden. Ganz wichtig: Auf Alkoholkonsum vor und nach dem Saunagang verzichten, da dies eine zusätzliche Gefäßerweiterung bedeuten würde. Auf Dauer können Hypotoniker bei Gewöhnung an den Saunabesuch aber durchaus profitieren, betont der Experte.
Belastbarkeit muss stimmen
Ein Saunagang bedeutet für das Herz eine Belastung von circa 50 Watt. Dies entspricht einem schnelleren Gehen. Bei Herzschwäche sollte daher eine ärztlich festgestellte Belastbarkeit von 50 oder besser 75 Watt vorhanden sein. Temperaturen von 60 bis 70 Grad sollten zumindest in einer langen Eingewöhnungsphase an die Sauna nicht überschritten werden, macht Dr. von Kageneck deutlich. Außerdem sei es wichtig, dass insbesondere Patienten mit Herzschwäche oder Rhythmusstörungen für regelmäßige Flüssigkeitszufuhr während des Saunabesuchs sorgen. Grundsätzlich tabu seien für Herz-Kreislauf-Patienten die beliebten Aufgüsse. Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.