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Atemnot und Leistungsabnahme? An Herzschwäche denken!

Bild: RFBSIP / Adobe Stock

Herzinsuffizienz – eine Folgeerscheinung

Zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland leiden laut Expertenschätzungen an einer Herzschwäche. Die chronische Herzinsuffizienz ist keine eigenständige Krankheit, sondern die Folge anderer Herzerkrankungen. An erster Stelle stehen koronare Herzkrankheit (KHK) und Bluthochdruck. Weitere Ursachen können Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündung, Vorhofflimmern oder angeborene Herzfehler sein.

Das sind die Auswirkungen

Die chronische Herzschwäche führt dazu, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zu Beschwerden wie Atemnot, Leistungsschwäche und Ödemen in den Beinen, vor allem in den Unterschenkeln und um die Knöchel.

Warnsignale ernst nehmen

Meist beginnt die chronische Herzschwäche unspektakulär und schleichend. Beispielsweise rennt man zu Bus und Bahn nicht mehr, weil man schnell außer Atem kommt. Wer also Atemnot feststellt, sollte den Arzt aufsuchen. Je früher eine Herzschwäche erkannt wird, umso eher lässt sich die Krankheitsprogression aufhalten.

Diagnostische Verfahren

Das wichtigste Untersuchungsverfahren, um eine Herzschwäche festzustellen, ist der Ultraschall (Echokardiographie). Außerdem werden Belastungs-EKG, Röntgen und Katheteruntersuchung eingesetzt. Per Bluttest kann der Biomarker NT-proBNP aufgespürt werden. Er zeigt eine Überbelastung des Herzens an.

Regelmäßig Gewicht kontrollieren

Bei der Therapie der Herzinsuffizienz kommt es auf eine aktive Rolle des Patienten an. Entscheidend ist zum Beispiel die tägliche Gewichtskontrolle, wenn die Tendenz zur Wassereinlagerung besteht. Steigt das Körpergewicht um mehr als zwei Kilogramm innerhalb von drei Tagen an, hat sich die Herzschwäche verschlechtert. Dann sollte der Betroffene umgehend Arzt oder Klinik aufsuchen.

Therapeutische Maßnahmen

Das Ziel der Therapie einer Herzinsuffizienz ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen oder zu verlangsamen. An erster Stelle steht die Behandlung der Ursachen: Bluthochdruck senken, operative oder kathetergestützte Behandlung defekter Herzklappen, Bypass-Operation oder Kathetereingriffe, um bei KHK Durchblutungsstörungen zu beheben. Eine Resynchronisationstherapie (CRT) mit speziellen Schrittmachern verbessert die Herzleistung bei Patienten mit einer Erregungsstörung im Herzen. Defibrillatoren schützen Herzinsuffizienz-Patienten, die durch Kammerflimmern gefährdet sind, vor dem plötzlichen Herztod.

Medikamentöse Möglichkeiten 

Bei der medikamentösen Therapie lässt sich mittels Betablockern das Herz gegen die Stresshormone abschirmen. Sartane und Aldosteronantagonisten verhindern schädliche Umbauprozesse und steigern die Leistungsfähigkeit des Herzens. Wirken diese Medikamente nicht wie gewünscht, steht seit vergangenem Jahr die neue Fixkombination Sacubitril/Valsartan (Entresto®) zur Verfügung. Diuretika entlasten das Herz durch Entwässerung. Herzglykoside werden meist nur in schweren Fällen eingesetzt.

Nicht schonen, sondern bewegen

Während früher bei Herzschwäche Schonung angeraten wurde, ist heute Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Allerdings musst mit dem Arzt die Belastbarkeit getestet werden. Grundsätzlich empfehlen sich bei Herzschwäche solche körperlichen Aktivitäten, die zwar mit viel Bewegung, aber relativ wenig Kraftaufwand verbunden sind. Dazu zählen beispielsweise Spazierengehen, Wandern, Radfahren. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich durch regelmäßiges Ausdauertraining die Leistungsfähigkeit um zehn bis 25 Prozent verbessern lässt.

Interessierte finden viele weitere Informationen und Ratgeber unter www.herzstiftung.deQuelle: Deutsche Herzstiftung e.V.