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Orale Blutverdünner mit erhöhtem Herzinfarktrisiko – Erklärung auf der Spur

Das Risiko für einen Herzinfarkt ist bei Patienten, die zur Blutverdünnung orale Thrombininhibitoren (z.B. Dabigatran = Pradaxa®) erhalten, etwas höher als bei Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Marcumar®) behandelt werden. | Bild: Karanov images - Fotolia.com

Gute Schlaganfallprophylaxe, aber erhöhtes Herzinfarktrisiko

Warum schützen die modernen oralen Antikoagulanzien Menschen mit Vorhofflimmern auf der einen Seite gut vor Schlaganfall und Beinvenenthrombosen, führen aber andererseits zu mehr Herzinfarkten? Dieser Frage sind Münchner Wissenschaftler im Labor nachgegangen. Sie untersuchten Blutproben von Patienten, die mit oralen Thrombininhibitoren behandelt wurden. Neu an den Versuchen war, dass die Forscher dabei gleichzeitig den physiologischen Blutfluss simulierten. Denn nur unter dieser Bedingung machten sie eine Feststellung: Die Blutplättchen lagerten sich verstärkt zusammen und es bildeten sich mehr Blutgerinnsel.

Nur bei Risikopatienten bedenklich

Die Forscher betonen, dass sich diese Laborergebnisse nicht ohne Weiteres auf den lebenden Organismus übertragen lassen. Sie folgern aber dennoch aus ihren Ergebnissen, dass Ärzte vor einer Verschreibung solcher Substanzen das Herzinfarktrisiko ihres Patienten genau abwägen sollten. Also ob etwa Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen vorliegen. Sei dies nicht der Fall, würden aber eindeutig die Vorteile dieser modernen oralen Thrombininhibitoren überwiegen.

Die Vorteile überwiegen

Neben einem verringerten Schlaganfallrisiko haben die modernen Thrombininhibitoren weitere Vorteile gegenüber Vitamin-K-Antagonisten. So sind schwere Blutungen seltener. Zudem ist die Gefahr von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Nahrungsmitteln geringer. Außerdem sind nicht wie unter Vitamin-K-Antagonisten regelmäßige Blutkontrollen notwendig. Quelle: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK)