Aktuelles

In der Apotheke werden PTA mit den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Lesen Sie hier die tagesaktuellen News aus den Bereichen Pharmazie, Forschung, Ernährung, Gesundheit und vielem mehr. Bleiben Sie informiert, um Ihre Kunden stets kompetent zu beraten.

5 min merken gemerkt Artikel drucken

Vier Fragen zur ABDA-Wahl 2025

Gabriele Regina Overwiening ist die amtierende Präsidentin der ABDA. Das könnte sich am morgigen Donnerstag bei der Vorstandswahl der Standesvertretung ändern. | Bild: ABDA

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. ist die Spitzenorganisation der deutschen Apothekerinnen und Apotheker. Sie vertritt die Interessen der Berufsgruppe gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und dient als zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund um das deutsche Apothekenwesen.

Die ABDA ist ein Zusammenschluss aus 17 Landesapothekerkammern, die die Berufsausübung und Weiterbildung der Apotheker in den einzelnen Bundesländern regulieren. Hinzu kommen 17 Landesapothekerverbände, die die wirtschaftlichen Interessen der Apothekeninhaber vertreten. 

Zusätzlich gehören die Bundesapothekerkammer (BAK) und der Deutsche Apothekerverband (DAV) zur ABDA. Während die BAK sich auf fachliche und berufliche Belange (z. B. Fortbildung) konzentriert, ist der DAV für wirtschaftliche und versorgungsbezogene Themen zuständig. 

Die ABDA hat ihren Sitz in Berlin und ist eine zentrale Institution für das deutsche Gesundheitssystem, insbesondere im Bereich der Arzneimittelversorgung.

Welche Aufgaben und Ziele verfolgt die ABDA?

  • Politische Interessenvertretung: Die ABDA setzt sich auf nationaler und europäischer Ebene für die berufspolitischen und wirtschaftlichen Interessen der Apotheker ein.
  • Sicherstellung der Arzneimittelversorgung: Die Organisation arbeitet daran, die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln in Deutschland zu gewährleisten.
  • Beratung und Unterstützung: Die ABDA unterstützt die angeschlossenen Organisationen wie die Landesapothekerkammern und -verbände sowie deren Mitglieder.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Sie informiert die Bevölkerung über die Leistungen der Apotheken und die Bedeutung der pharmazeutischen Versorgung.
  • Regulierung und Qualitätssicherung: Die ABDA engagiert sich für hohe Qualitätsstandards in der pharmazeutischen Versorgung.

Wer arbeitet bei der ABDA? 

Bei der ABDA gibt es verschiedene Aufgabenbereiche und Interessenvertretungen. Das Präsidium ist das oberste Entscheidungsgremium der ABDA und repräsentiert die Organisation nach außen. Es setzt sich zusammen aus der Präsidentin bzw. dem Präsidenten (amtierende Präsidentin ist Gabriele Regina Overwiening), welche die ABDA leitet und die Apothekerschaft in politischen und öffentlichen Angelegenheiten vertritt, dem Vizepräsidenten (amtierender Vizepräsident Mathias Arnold), der die Präsidentin unterstützt und Vertretungsaufgaben übernimmt  sowie weiteren Mitgliedern, die spezifische Aufgaben und Funktionen innerhalb der Organisation wahrnehmen.

Neben dem Präsidium gibt es noch die Hauptgeschäftsführung, die für die operative Leitung der ABDA verantwortlich ist. Sie unterstützt das Präsidium und sorgt für die Umsetzung der beschlossenen Strategien und Projekte. Dazu gehören der Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz sowie die Stabstellen und Abteilungen für Fachbereiche wie Öffentlichkeitsarbeit, Recht, Politik und Gesundheit.

Die Geschäftsstelle der ABDA in Berlin ist das operative Zentrum der Organisation. Dort arbeiten Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen, darunter Juristen, Gesundheitswissenschaftler, Kommunikationsexperten und Verwaltungsangestellte.

Die ABDA ist ein Zusammenschluss von 17 Landesapothekerkammern, welche die Berufsinteressen der Apotheker in den jeweiligen Bundesländern vertreten, und 17 Landesapothekerverbänden, die die wirtschaftlichen Interessen der Apothekenleiter in den Ländern vertreten. Vertreter dieser Mitgliedsorganisationen arbeiten eng mit der ABDA zusammen, um gemeinsame Positionen zu entwickeln und durchzusetzen.

Auch die Bundesapothekerkammer ist ein wichtiger Teil der ABDA und besteht aus Vertreter der Landesapothekerkammern und Fachkommissionen, die sich mit Themen wie Weiterbildung, Arzneimitteltherapiesicherheit und Qualitätssicherung befassen. Die BAK kümmert sich vorrangig um die fachliche und berufspolitische Weiterentwicklung des Apothekerberufs.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) ist ebenfalls Teil der ABDA und wird von Vertretern der Landesapothekerverbände gebildet. Zu seinen Aufgaben zählen beispielsweise Vertragsverhandlungen mit Krankenkassen und andere wirtschaftliche Themen.

Die ABDA unterhält zudem verschiedene Ausschüsse und Arbeitsgruppen, die sich mit spezifischen Themen beschäftigen, z. B.:

  • Arzneimitteltherapiesicherheit
  • Digitalisierung und E-Rezept
  • Apothekenhonorierung
  • Öffentlichkeitsarbeit

Die Entscheidungen innerhalb der ABDA werden in regelmäßigen Sitzungen der Mitgliedsorganisationen sowie durch das Präsidium getroffen. Dabei spielen die Fachausschüsse und Arbeitsgruppen eine wichtige beratende Rolle.

Wer wird gewählt und wie? 

Der Präsident der ABDA wird von der Mitgliederversammlung gewählt. Diese Mitgliederversammlung setzt sich aus Delegierten der Mitgliedsorganisationen zusammen, also den Landesapothekerkammern und den Landesapothekerverbänden. Mitglieder dieser ABDA-Mitgliederversammlung können Kandidaten für das Amt des Präsidenten vorschlagen. Meistens handelt es sich um erfahrene Apothekerpersönlichkeiten mit einem starken Engagement in ihren Mitgliedsorganisationen.

Die Wahl erfolgt in der Regel in einer geheimen Abstimmung. Jeder Delegierte der Mitgliederversammlung hat eine Stimme. Gewählt ist der Kandidat, der die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Die Amtszeit des ABDA-Präsidenten beträgt in der Regel vier Jahre. Eine Wiederwahl ist möglich.

Was passiert aktuell bei der ABDA? 

Die amtierende Präsidentin der ABDA, Gabriele Regina Overwiening, verfehlte überraschenderweise im vergangenen Dezember bei der ersten Runde der Vorstandswahlen die notwendige Mehrheit. Einen derartigen Vorgang hatte es in der Geschichte der ABDA-Wahlen bisher nicht gegeben. In der Folge musste sich die Mitgliederversammlung zunächst mit den möglichen Konsequenzen dieses Ergebnisses auseinandersetzen, zumal es weder eine Gegenkandidatin noch einen Gegenkandidaten gab. Ein zweiter Wahlgang konnte daher nicht unmittelbar durchgeführt werden, und der 16. Januar wurde als neuer Wahltermin festgelegt.

Nach der ersten Wahl kündigte Overwiening an, für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Dennoch wird sie am morgigen Donnerstag erneut für das höchste Amt in der Standesvertretung der Apotheker kandidieren. Dies stößt auf Kritik einiger Apothekerkammern und Verbände, die daraufhin eigene Kandidaten ins Rennen schicken.

Insgesamt bewerben sich fünf Personen für die drei zu vergebenden Posten im ABDA-Vorstand. Neben den drei bereits im ersten Wahlgang angetretenen Kandidaten – der geschäftsführenden Präsidentin Gabriele Overwiening, dem bisherigen Vizepräsidenten Mathias Arnold und Silke Laubscher, die bislang als nichtselbstständiges Mitglied dem Vorstand angehörte – treten nun auch Thomas Preis (AV Nordrhein) und Ina Lucas (AK Berlin) an. Während die Kandidatur von Preis bereits vor Weihnachten bekannt wurde, überrascht die Bewerbung von Berlins Kammerpräsidentin Ina Lucas. Sie gilt als politisch unerfahren und wurde erst im vergangenen Jahr Kammerpräsidentin, ohne zuvor als Kammerdelegierte tätig gewesen zu sein.