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Hypericum perforatum: Heilpflanze des Jahres 2019: das Johanniskraut

Nach dem Ingwer im Jahr 2018 hat der NHV Theophrastus nun das Johanniskraut zur Heilpflanze des Jahres 2019 erhoben. Der Verein setzt sich für die Förderung der naturgemäßen Heilweise ein. Deshalb möchte er das Johanniskraut nicht nur als Mittel bei depressiven Störungen würdigen, sondern auch noch andere therapeutische Anwendungsgebiete hervorheben. (Infos auch unter www.nhv-theophrastus.de)
Ein pflanzliches Antidepressivum
Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) gehört zu den wissenschaftlich am besten untersuchten Heilpflanzen. Hochdosierter, standardisierter Hypericum-Extrakt gilt als anerkannt wirksam bei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen. Das Phytopharmakon wirkt dabei ähnlich wie chemisch-synthetische Antidepressiva: Es reguliert den aus der Balance geratenen Neurotransmitter-Haushalt. Dabei hat es den Vorteil, meist besser verträglich zu sein.
Ölige Zubereitungen innerlich und äußerlich
In Form öliger Zubereitungen ist Johanniskraut innerlich zudem bei dyspeptischen Beschwerden indiziert. Für die äußere Anwendung hat der Ölauszug als Anwendungsgebiete die Behandlung von scharfen und stumpfen Verletzungen, Verbrennungen ersten Grades und Myalgien.
Volksmedizinische Einsatzgebiete
Daneben hat Johanniskraut eine lange Tradition in der Volksmedizin. Hier wird es auch bei Reizblase, Harnwegsinfekten, Blasenentzündungen und zur Harmonisierung des Hormonhaushalts eingesetzt. Der Ölauszug gilt außerdem als heilend bei Sonnenbrand, Neurodermitis, Nervenentzündungen, Rheuma, Ischias und Muskelschmerzen. Der berühmte Arzt Paracelsus (1493–1541) bezeichnete die Pflanze als „Universalmedizin für den ganzen Menschen“.
Eine Sonnenpflanze
Johanniskraut ist eine ausgesprochene Sonnenpflanze. Die bis zu 90 Zentimeter hohe krautige Pflanze mit ihren fünfzähligen gelben Blüten bevorzugt lichtreiche Weg- und Wiesenränder sowie Ödland. Rund um den Johannistag am 24. Juni steht das Johanniskraut meist in schönster Blüte. Deshalb erhielt es seinen Namen. Die Blätter sind aufgrund der Ölbehälter durchscheinend punktiert. Von anderen Johanniskrautarten lässt sich Hypericum perforatum am besten anhand des Stängels unterscheiden. Er ist markig und mit zwei erhabenen, gegenüberliegenden Längsleisten versehen.
Quellen: NHV Theophrastus; Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka, 6. Aufl., WVG 2016