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Phytotherapie bei Migräne: Die 1. pflanzliche Migräne-Prophylaxe am Markt

Bildnachweis: Apomedica / Dr.® Böhm

Migräne gehört zu den komplexesten neurologischen Erkrankungen. Trotz intensiver Forschung sind die genauen Mechanismen, die der Fehlsteuerung im Gehirn zugrunde liegen, noch nicht vollständig verstanden. Gesichert ist jedoch, dass das  Neuropeptid „Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP)“ eine zentrale Rolle spielt. Migräne-Trigger führen zu einer verstärkten Freisetzung von CGRP aus schmerzleitenden Trigeminusneuronen. Gemeinsam mit weiteren Entzündungsmarkern führt dies zur Erweiterung cerebraler Gefäße und löst die typischen pochenden Kopfschmerzen aus.1,2

Migräne ist jedoch weit mehr als „nur“ Kopfschmerz.  Betroffene leiden häufig zusätzlich unter Symptomen wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, was den Alltag massiv beeinträchtigt. Schmerzmittel und Triptane verschaffen im Akutfall zwar Linderung, setzen aber nicht an den Ursachen an und bergen bei häufiger Anwendung das Risiko schmerzmittelinduzierter Dauerkopfschmerzen. Um Migräne langfristig zu begegnen, ist daher eine wirksame Prophylaxe unerlässlich.3

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) hat sich als pflanzliche Alternative in der Migräneprophylaxe bewährt.4,5 Die Hauptwirksubstanz Parthenolid beeinflusst die Aktivierung des trigeminalen Nervensystems, moduliert TRPA1-Ionenkanäle und reduziert dadurch die CGRP-Ausschüttung, was die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen signifikant verringert.6-8

Bildnachweis: Apomedica / Dr.® Böhm

Die Wirksamkeit von Mutterkraut wurde in mehreren klinischen Studien bestätigt. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 170 Patienten zeigt, dass die Anfallshäufigkeit signifikant (p= 0,0456) gesenkt werden konnte. Zusätzlich traten Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit seltener auf.9 Eine weitere kleine Studie belegt, dass bei sechsmonatiger Einnahme von Mutterkrautpulver die Migräneanfälle um beeindruckende 67% reduziert wurden.4 Diese Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Mutterkraut als effektive und natürliche Option zur Migräneprophylaxe.

Jetzt gibt es mit den Dr. Böhm® Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten das erste pflanzliche Arzneimittel zur Prophylaxe von Migränekopfschmerz am Markt. Sie zeichnen sich durch eine sehr gute Verträglichkeit und einfache Anwendung aus. Besonders hervorzuheben ist, dass Mutterkraut keine Gewöhnungseffekte zeigt und sich auch langfristig anwenden lässt. Dies ist entscheidend, da die prophylaktische Wirkung nur bei kontinuierlicher Einnahme erreicht wird. Vor allem Patienten mit episodischer Migräne, die eine pflanzliche Ergänzung oder Alternative suchen, profitieren. Mutterkraut lässt sich gut mit anderen Therapien kombinieren und bietet eine effektive Lösung für eine nachhaltige Migräneprophylaxe.

Quellen:

1 Peck KR et al. Headache 2015; 55 (2): 351-5.

2 Goldberg LD. AM J Manag Care 2005; 11 (2 Suppl): S62-7.

3 Diener H.-C., Förderreuther S, Kropp P. et al., ed. Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie [S1-Leitlinie], 2022.;

4 Johnson ES et al. Efficacy of feverfew as prophylactic treatment of migraine. Br Med J (Clin Res Ed) 1985; 291 (6495): 569–73.;

5 Palevitch D et al. Feverfew (Tanacetum parthenium) as a prophylactic treatment for migraine: a double-blind placebo-controlled study. Phytother. Res. 1997; 11 (7): 508–11.;

6 Pareek A et al. Feverfew (Tanacetum parthenium L.): A systematic review. Pharmacogn Rev 2011; 5 (9): 103–10.;

7 Pfaffenrath V et al. The efficacy and safety of Tanacetum parthenium (feverfew) in migraine prophylaxis- a double-blind, multicentre, randomized placebo-controlled dose-response study. Cephalalgia 2002; 22 (7): 523–32.;

8 Materazzi S et al. Parthenolide inhibits nociception and neurogenic vasodilatation in the trigeminovascular system by targeting the TRPA1 channel. Pain 2013; 154 (12): 2750–8.;

9 Diener HC et al. Efficacy and safety of 6.25 mg t.i.d. feverfew CO2-extract (MIG-99) in migraine prevention- a randomized, double-blind, multicentre, placebo-controlled study. Cephalalgia 2005; 25 (11): 1031–41.

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